Grätzel Peers
© Amélie Chapalain
Projektzeitraum: 2012 - laufend
Grätzel Peers sind engagierte freiwillige Mitarbeiter*innen mit einer großen Sprachenvielfalt. Sie geben Orientierung und Unterstützung, bauen Brücken und teilen wichtige Informationen zum Alltagsleben in Österreich.
Das Projekt Grätzeleltern entstand 2012 und hat sich über verschiedene Projektphasen hinweg weiterentwickelt. Seit 2026 geht das Projekt einen neuen Weg und tritt künftig als Grätzel Peers auf. Diese Umbenennung unterstreicht den Kern der Arbeit: Begegnung auf Augenhöhe, Ermutigung und Orientierung geben. Als Peers sind die freiwilligen Mitarbeiter*innen nah an den Lebenswelten der Menschen und sehr gut in ihren Communities vernetzt. Sie erleben unmittelbar, wie sich politische Rahmenbedingungen, bürokratische Hürden und gesellschaftliche Veränderungen auf das Leben derjenigen auswirken, die neu in Österreich sind oder Unterstützung suchen.
Geschichten im Verborgenen
Die Grätzel Peers geben erste Informationen zu sozialen Angeboten, unterstützen beim Verstehen von Behördenbriefen oder begleiten zu Einrichtungen und Ämtern. Dadurch leisten sie einen Beitrag zu mehr Teilhabe aller und zu einer inklusiven, solidarischen Gesellschaft.
Ich bin vor 17 Jahren nach Österreich gekommen. Es war für mich damals sehr schwer, mich zu orientieren, weil ich keine Informationen hatte, wie das mit der Ausbildung funktioniert oder wo ich einen Sprachkurs machen kann. Das war hart und es brauchte viel Zeit. Ich möchte Menschen helfen, die neu in Österreich sind, damit sie sich besser orientieren können, nicht so viel Zeit verschwenden und gut und selbständig in Österreich leben können.
Wer sind die Grätzel Peers und was machen sie?
Die Grätzel Peers sind ein mehrsprachiges Multiplikator*innenteam von rund 20 Personen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Biographien. Sie sind in ganz Wien und Umgebung aktiv und sprechen ca. 15 Sprachen unter anderem Arabisch, BKS, Dari/Farsi, Deutsch, Englisch, Hindi, Polnisch, Russisch, Türkisch, Ukrainisch.
Das Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe und Empowerment. Die Grätzel Peers hören sich Bedürfnisse und Anliegen an, entwickeln gemeinsam konkrete Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten und unterstützen bei Bedarf bei den nächsten Schritten.
Wie werde ich Grätzel Peer?
Zu Beginn deiner Tätigkeit gibt es eine spannende und interessante Einschulungsphase. Diese besteht aus online-Elementen und drei Workshop-Terminen. Danach gibt es eine erste Übungsphase gemeinsam mit einem anderen Grätzel Peer. Darüber hinaus werden laufend Weiterbildungen, Austauschtreffen und andere Gemeinschaftsaktivitäten, um die Grätzel Peers bei ihrer Tätigkeit gut zu unterstützen.
Du hast Fragen zum Alltagsleben in Wien und Österreich oder brauchst Unterstützung?
Melde dich bei uns: graetzel.peers(at)caritas-wien.at oder 0664/396 98 64
Erreichbarkeit: Mittwoch bis Freitag
Wichtig: Das Angebot der Grätzel Peers ersetzt keine professionelle sozialarbeiterische Unterstützung oder Beratung. Personen werden in diesen Fällen an soziale Einrichtungen weiterverwiesen.
Weiterlesen über das Pilotprojekt Grätzeleltern (2012-2013): Artikel "Grätzeleltern. Ein Nachbarschaftsprojekt im 6. und 15. Wiener Gemeindebezirk.", Artikel "Grätzeleltern. Herausforderungen und Potenziale eines Wiener Nachbarschaftsprojekts."
Projektteam
Avjeen Ahmed
Projektmanagement im Bereich Gemeinwesenarbeit & Teilhabe